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oder umweltorientierte Kinder- und Jugendnachwuchsausbildung
des Tauchclub „Octopus“ e.V.

 
 

Seit seiner Gründung 1991 bemüht sich der Tauchclub „Octopus“, eine bunte Mischung von PADI, SSI, CMAS und Naui Tauchern, um eine stark umwelt-ökologisch orientierte Kinder- und Jugendtauchausbildung. Bei einer Vielzahl von Umweltaktionen in heimischen Gewässern wurden die „Zwerge“ (Nachwuchstaucher bis 18 Jahren) aktiv miteinbezogen. Ausbildung und ökologisches Engagement waren am Anfang jedoch mehr oder weniger spontan geprägt, was auf Dauer nicht befriedigen konnte.

1997 wurde dann ein neues und besseres Konzept ausgearbeitet. Ein Konzept, das auf eine altersgerechte und intensivere Tauchausbildung in den Altersgruppen abzielt, das verstärkt ökologische Ziele in die Tauchausbildung integriert und mit altersgerechter, interessanter und praxisnaher Vermittlung der meeresbiologischen Grundkenntnisse und Entwicklung eigener ökologischer Verantwortung zusammen mit Teamgeist und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. Ein Konzept, das sich bewährt hat und an dem man noch immer mit Erfolg festhält.

Um die Motivation der Nachwuchstaucher über diese umfassende Tauchausbildung zu sichern, setzte der Tauchclub „Octopus“ 1997 ein besonderes Highlight zum Abschluss. All diejenigen, die die Ausbildungsziele erreichten, durften an einer einwöchigen, weiterführenden Ausbildungs- und Umweltaktion am Mittelmeer teilnehmen. Gleichzeitig war dies auch eine gute Gelegenheit globalere ökologische Probleme zu vermitteln und die taucherische Ausbildung im sicheren „Blauwasser“ zu erweitern mit Nacht-, Meereshöhlen-, Wrack- und Strömungstauchen sowie Unterwasserarchäologie. Doch was ist eine Expedition ohne Namen? Und so suchte man nach einem Namen, der alle Ziele beinhaltete und mit dem sich alle identifizieren konnten. Die „Operation Blue Water“ war geboren.

In der Zwischenzeit schreiben wir das Jahr 2001 und es fand natürlich ein Generationswechsel statt und der Tauchclub „ Octopus“ betreute seit dem Jahr 2000 eine völlige neue 24-köpfige Kinder- und Jugendtruppe. Nach genauem Jahresplan begann im Herbst 2000 die zielorientierte Ausbildung, an der fast der ganze Verein mit seinen 90 Mitgliedern beteiligt war. Altersgerechte Theorievermittlung, wöchentliches Hallentraining mit und ohne Gerät sowie eine umfassende Freiwasserausbildung in Binnenseen und in der Ostsee. Um die verschiedenen Gewässerbedingungen kennen zulernen wurden Tauchwochenendcamps auf der Insel Rügen und an einem Steinbruchsee bei Magdeburg organisiert. Die 2. „Operation Blue Water 2001“ war beschlossen...

 
 

Mit ein Ziel dieser Aktion war es auch im Ausland ein Zeichen zu setzen, dass das Meer als wertvolle Naturressource in seiner ursprünglichen Form zu erhalten und nicht als Müllkippe zu missbrauchen ist. Und so stand bei der Abschlussreise ans Mittelmeer ein Jugend-Unterwassermüllentsorgungsaktion auf dem Plan. Dabei hatte die persönliche Sicherheit und der Schutz von maritimen Lebensräumen absoluten Vorrang gegenüber spektakulären Sammelergebnissen. Sorgfältig wurde jeder Müll unter Wasser auf Besiedlung geprüft bevor er in die Sammelsäcke wanderte. Nachdem alle 40 Taucher in der Ausrüstung steckten, mit Säcken, Leinen und Bojen bewaffnet waren, die Fischerboote zur Entgegennahme des Mülls auf ihren Positionen lagen, der Hafenmeister den Hafen gesperrt hatte und die Marine die seeseitige Sicherung mit ihren Patrouillenbooten aufnahm, fiel auch für uns der Startschuss. Unsere Mülltauchergruppen besetzten die ihnen zugeteilten Sammelreviere. Dann hieß es abtauchen und das Hafenbecken begann von den Luftblasen der vielen Taucher zu brodeln. Viele Einheimische, Urlauber, Wassertouristen und andere Taucher beobachten unsere Aktion und natürlich war auch die Presse und das Fernsehen vor Ort. Nach ca. 90 Minuten war dann auch die letzte Tauchergruppe wieder an Land. Das Ergebnis konnte sich zum Erstaunen aller Beobachter wahrlich sehen lassen. Neben dem „entsorgten“ Müll wie Farbtöpfe, Flaschen, Dosen, Fässer, Reifen und viel Schrott kamen auch etliche Dinge nach oben, die sicherlich unbeabsichtigt auf dem Grund gelandet sind und bei vielen ein Schmunzeln auslösten. Auch für unsere „Zwerge“ war es schon erstaunlich, was da alles so unten auf dem Grund des schönen blauen Mittelmeeres lag. Bereitstehende Müllwagen der Stadt fuhren dann unser Sammelergebnis ab. Zum Dank lud uns anschließend der Bürgermeister zu einem offiziellen Empfang ein. Vor den Vertretern der Medien würdigte er das Engagement der deutschen Kinder- und Jugendtaucher für die Umwelt. Überrascht hat uns die breite Medienresonanz in der Presse und im Fernesehen mit 20 minütigen Reportagen unter Verwendung unserer Unterwasservideos. Damit wurde unser Ziel auch die Öffentlichkeit im Ausland für den Gewässerschutz zu sensibilisieren mehr als erfüllt.
Allen Teilnehmer an den Umwelttauchgängen erhielten für ihren Einsatz zum Schutz der Gewässer die Anerkennung der PADI Stiftung „Project AWARE“

Fazit:
Rückblickend auf die 2. „Operation Blue Water“ 2001 könne wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Viel Arbeit und Zeitaufwand stecken in der einjährigen Vorbereitung, aber dafür haben wir wieder eine gut ausgebildete und ökologisch engagierte, in sich zusammengewachsene Kinder- und Jugendtauchgruppe. Die abschließende einwöchige Ausbildungs- und Umweltexkursion ins Mittelmeer wurde auch wieder ein voller Erfolg. Einen besonderen Dank an dieser Stelle auch unseren Sponsoren, ohne die diese Exkursion nicht verwirklicht hätte werde können. Wir danken nest-Werbeagentur, Hollidayland Seelig-Reisen, Barakuda Diving Center, Gesellschaft für Motoren und Kraftanlagen mbH und der Stiftung „Project AWARE“ .
Allen Teilnehmern hat diese Exkursion super gefallen, viele neue Eindrücke wurden mitgebracht aber auch neue Anregungen und herausfordernde Aufgabenstellungen. Interessant für uns wäre auch ein Gedankenaustausch mit anderen Vereinen, die eine ähnliche ökologisch orientierte, intensive Kinder- und Jugendtauchausbildung durchführen. Viele Dinge auch in unserer Arbeit lassen sich vielleicht noch verbessern und für neue Anregungen sind wir immer dankbar.
Gegenwärtig hat die Ausbildung mit neuen Zwergen wieder begonnen und wenn wir es schaffen gibt es eine dritte „Operation Blue Water“ 200x.

Günter Gladisch, Tauchclub „Octopus“ e.V. Rostock