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  Abkommen über Internationales Walschutzgebiet
im Mittelmeer tritt in Kraft
 
 

Photo: Kurt Amsler

Nach Frankreich und Monaco ratifizierte Ende September 2001 auch das italienische Parlament das Abkommen über das Internationale Walschutzgebiet im Mittelmeer.

Mit einer Fläche von 84'000km2 ist das Schutzgebiet rund zweimal so gross wie die Schweiz. Es umfasst das korso-liguro-provenzalische Meeresbecken und reicht von der Côte d'Azur, über die monegassischen Küste bis hin zur südlichen Toskana und dem Norden Sardiniens. Das Abkommen bezieht sich demnach nicht nur auf die Gewässer im Hoheitsgebiet der Anrainerstaaten (i.d. Regel 12 Meilenzone), sondern auch auf Gebiete auf hoher See (sogenannte internationale Gewässer), was bislang im Zusammenhang mit marinen Schutzgebieten in der nördlichen Hemisphäre einzigartig ist.

Aufgrund eines ausserordentlichen Nahrungsreichtums versammeln sich jeweils im Sommer zahlreiche Waltiere im Schutzgebiet. Zu den häufig vorkommenden Arten zählen unter anderen Finnwal, Blau-Weisser Delfin, Rundkopf-Delfin und Pottwal. Die Schaffung des Schutzgebietes ist das Resultat zehnjährigen Bemühens zahlreicher Tier-, Arten- und Umweltschutzorganisationen.

Die Ratifizierung des Abkommens hat zur Folge, dass konkrete Schutzmassnahmen erarbeitet und im gesamten Gebiet umgesetzt werden müssen. Ein wichtiger Schritt, denn die Waltiere im Mittelmeer sind mit verschiedensten Gefahren konfrontiert, welche baldiger und nachhaltiger Lösungen bedürfen. Es handelt sich dabei um den Entzug der Nahrungsgrundlagen durch Überfischung, nicht-selektive Fischereimethoden, durch welche Waltiere als Beifang verenden, Meeresverschmutzung, Lärmbelastung durch intensiven Schiffsverkehr und die im Wachsen begriffene Whale-Watching-Industrie. Letztere kann eine ernsthafte Bedrohung für die Waltiere sein, falls das kommerzielle Whale-Watching "wild", d.h. ohne verbindliche Regeln, durchgeführt wird.

Den am Abkommen beteiligten Staaten sind verschiedene Aufgabengebiete zugeteilt. So ist beispielsweise Italien für das Schutzgebietsmanagement verantwortlich, welches unter anderem die Durchsetzung des Verbots der Treibnetzfischerei sowie die Reglementierung der Whale-Watching Aktivitäten einschliesst.

Ein effizienter und nachhaltiger Schutz von Lebewesen und ihrem Lebensraum setzt Kenntnisse über die entsprechenden Arten voraus. Das Wissen über die Wale und Delfine im Mittelmeer ist in den letzten Jahren mehr und mehr gewachsen. Trotzdem sind noch viele Fragen offen. Die ASMS trägt mit ihrem Walforschungsprojekt MEDCET, welches jeweils im Sommer stattfindet, zum Wissen über die Meeressäuger sowie zu ihrem Schutz aktiv bei. MEDCET ist Teil eines Monitoringprogramms, welches von verschiedenen Universitäten koordiniert wird. Untersucht werden dabei die räumliche und zeitliche Verbreitung der einzelnen Waltierarten im Schutzgebiet.

Quelle: ASMS (Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger – Schweiz)
www.asms-swiss.ch