Project AWARE und die Gemeinschaft Shark Alliance fordern dringende Massnahmen in Erwiderung auf die IUCN Studie, die belegt, dass Haie und Rochen in dieser Region stark bedroht und ungeschützt sind.
Die Shark Alliance ruft erneut nach einem durchgreifenden Aktionsplan auf, um die Situation der europäischen Haie und Rochen zu verbessern. Diese Forderung ergibt sich aus den neuen IUCN Forschungsergebnisse, die aufweisen, dass 42% der Haie und Rochen im Mittelmeerraum vom Aussterben bedroht sind. Ein Bericht, der am 16. November 2007 von den Organisationen IUCN Shark Specialist Group (SSG) und IUCN Centre for Mediterranean Cooperation veröffentlicht wurde, belegt, dass das Mittelmeer den höchsten Anteil an den Tierarten verzeichnet, die weltweit als bedroht eingestuft werden, und dies aufgrund vor allem von Überfischung durch gezielte Fischerei sowie ungewollten Beifang.
Die meisten Haie sowie eng verwandte Rochen sind besonders von der Überfischung bedroht, da sie nur langsam wachsen, spät die Fortpflanzungsreife erlangen und nur wenige Jungtiere zur Welt bringen. Die meisten Haie spielen eine Schlüsselrolle als Top-Räuber in den vernetzten Nahrungsketten der Ozeane. Da sich die Haie von den schwachen und verwundeten Fischarten ernähren, tragen sie zu einem gesunden Ökosystem der Meere bei.
Seit dem Start der Kampagne “ Protect the Sharks campaign” im Jahre 2001 hat Project AWARE das öffentliche Bewusstsein auf die Notlage der Haie gelenkt, um den Druck auf die Regierungen zu verstärken, und um notwendige Gesetze zum Schutz dieser Tiere zu erwirken.
„Die Ressourcenmanager der Europäischen Union (EU), unter der Leitung der Europäischen Kommission, entwickeln momentan einen längst überfälligen Aktionsplan zum Schutz der Haie und zur verantwortungsvollen Vorgehungsweise mit diesen Tieren. Daher war der Zeitpunkt nie günstiger für Taucher, ihre Unterstützung für die Haie zu demonstrieren, “ bemerkte Suzanne Pleydell, Project AWARE Foundation (International) Director.
Von der Europäischen Kommission wird erwartet, die ersten EU Beschränkungen für den Heringshai, der von der IUCN in Europa als “Vom Aussterben Bedroht” eingestuft wird, gegen Ende November vorzuschlagen. Diese sollen dann im Dezember von den EU Ministern für Fischerei geprüft werden.
“Die Bestände im Mittelmeerraum an diesen verwundbaren Arten - von Teufelsrochen bis zu Engelshaien - befinden sich in grossen Schwierigkeiten,“ sagte Claudine Gibson, Programme Officer für die IUCN Shark Specialist Group und Mitverfasser dieses Berichts. „Unsere Analysen zeigen auf, dass das Mittelmeer eines der gefährlichsten Orte für Haie und Rochen auf der Welt darstellt“, gab sie weiter an.
Der Bericht zeigt im Detail die Befunde eines Expertenworkshops auf, indem alle 71 im Mittelmeer vertretenen Arten an Haien und Rochen sowie Chimären (knorpelige Fische) nach dem Klassifizierungskriterium der „IUCN Roten Liste“ kategorisiert wurden. Die Teilnehmer erachteten, dass 42% (30 Arten) dieser Arten als „Bedroht“ gelten, von den 18% als „Vom Aussterben Bedroht“, 11% „Stark Gefährdet“ und 13% als „Verletzlich“ eingestuft werden. Weitere 18% (13 Arten) wurden als „Potentiell Bedroht“ eingeordnet, hingegen ein Mangel an Informationen zu 26% (18 Arten) zu der Klassifizierung „Ungenügende Datengrundlage“ führte. Lediglich 14% (10 Arten) werden als „Nicht Gefährdet“ betrachtet.
Der Malteser Rochen, die Meeressau sowie drei Arten an Engelsrochen, die vor allem als Beifang bei der Boden- Schleppnetzfischerei enden, werden als „Vom Aussterben Bedroht“ eingestuft. Der Kurzflossen-Mako sowie der Heringshai, die vor allem bei der Longline-Fischerei beigebracht werden und hohe Preise für ihr Fleisch und ihre Flossen auf dem Markt erzielen, werden ebenfalls „Vom Aussterben Bedroht“ eingestuft. Der Riesen-Teufelsrochen und Sandbankhai sind als „Gefährdet“ klassifiziert. Der Blauhai, der häufig der Praxis des sogenannten Finnings (dabei werden dem Hai die kostbaren Flossen abgeschnitten und der Tierkörper zurück ins Meer geworfen) zum Opfer fällt, qualifiziert sich im Mittelmeerraum als „Verletzlich“ bis „Vom Aussterben Bedroht“.
Es gibt keine Einschränkungen bezüglich des Fischfangs von bestimmten Arten der mediterranen Haie und Rochen. Das Finning der Haie ist verboten, aber die Durchsetzung der Methoden sind nachsichtig. Acht Arten an Haien und Rochen wurden während der vier internationalen Konventionen zum Artenschutz im Mittelmeerraum gelistet, aber lediglich drei Arten haben dadurch eine Form an Schutz erhalten. Der weisse Hai sowie der Riesenhai sind in den Wassern von Kroatien und der Europäischen Union geschützt, während Malta und Kroatien den Riesen-Teufelsrochen schützen.
“Niemals zuvor haben die Mittelmeerstaaten der EU mehr Grund oder Gelegenheit gehabt, die heimgesuchten Haie und Rochen der Region zu bewahren,“ bemerkte Sonja Fordham, Deputy Chair der SSG und Policy Director der Shark Alliance. „Fischereien und Umweltschutzminister sollten die dringenden Warnungen dieses Berichts beherzigen und den Schutz der Haie und Rochen voranbringen, und dies mit sofortigen Schutzmassnahmen für den Heringshai sowie der Durchsetzung eines umfassenden, gemeinschaftlichen Aktionsplan für all diese Haie und Rochen. Diese Aktionen sind notwendig, um den jetzigen Kurs, der zur Ausrottung dieser bemerkenswerten Meerestiere führt, umzukehren“, fügte sie hinzu.
Während des türkischen Jahrestreffens der „ International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas“ (ICCAT 12. bis 19. November 07), der die Richtwerte für gefischte Arten in der Tunfisch-Fischerei im Mittelmeerraum setzt, zogen Führungskräfte der Fischerei internationale Massnahmen für Haie in Erwägung. ICCAT Wissenschaftler haben den Heringshai als eine besorgniserregende Art identifiziert und rieten an, das Fischen der Kurzflossen-Makohaie zu beschränken.
Bitte folgen Sie den Anregungen Zehn Dinge, die man zum Schutz der Haie machen kann und verbreiten Sie den Ruf nach notwendigen Bemühungen zum Schutz der Haie. Zeigen Sie die Notwendigkeit auf, dass wir Menschen zusammenkommen müssen, um den Fortbestand dieser wertvollen Ressource zu gewährleisten, bevor es zu spät ist.
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